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Narbenwissen

Langzeitmanagement und Rekonstruktion von Verbrennungsnarben

Fachärztlich geprüfte Patienteninformation

Langzeitmanagement und Rekonstruktion von Verbrennungsnarben

Der Hautreparaturprozess nach einer Verbrennung ist oft komplexer als bei einem gewöhnlichen Schnitt, weil Verbrennungen großflächige Hautdefekte, Schäden an der Dermis, eine Zerstörung von Hautanhangsgebilden sowie Schäden an Blutgefäßen und Nerven verursachen können.

Brandnarben verändern sich über einen langen Zeitraum. So kann nach Abheilung der Wundoberfläche der Kollagenumbau in der Haut noch Monate bis Jahre andauern. Frühe Narben können zunehmend röter und fester werden und anschließend allmählich in die Reifungsphase übergehen. Fehlt eine frühe Behandlung, können Narben weiter wuchern und sogar an Gelenken ziehen, die Bewegung beeinträchtigen und Fehlstellungen verursachen.

Ziel der Behandlung von Brandnarben ist nicht nur, die Narbe blasser werden zu lassen. Dazu gehören auch die Verringerung von Juckreiz und Schmerzen, die Kontrolle der Narbenwucherung, die Vorbeugung von Kontrakturen, der Erhalt der Gelenkbeweglichkeit, die Verbesserung des Aussehens, die Wiederherstellung der Funktion und die Verringerung der Schwierigkeit späterer rekonstruktiver Eingriffe.

Häufige Erscheinungsformen von Brandnarben

Zu den häufigsten Erscheinungsformen von Brandnarben gehören Farbveränderungen, Veränderungen der Beschaffenheit, eine Zunahme der Dicke und Bewegungseinschränkungen.

Frühe Narben sind häufig rot, rosafarben oder dunkelrot, haben eine glänzende Oberfläche und fühlen sich fest an. Manche Patientinnen und Patienten verspüren Juckreiz, Stechen, Brennen und Spannungsgefühl; die Beschwerden nehmen bei Reibung durch Kleidung oder bei Wetterwechsel zu. Mit zunehmender Kollagenablagerung kann sich die Narbe allmählich erheben und eine hypertrophe Narbe bilden.

Wenn die Verbrennung tief ist oder eine große Fläche betrifft, kann sich die Narbe zusammenziehen und eine kontrakte Narbe bilden. Bewegliche Bereiche wie Hals, Achselhöhlen, Ellenbogen, Hände, Knie und Sprunggelenke sind besonders häufig betroffen. Eine leichte Kontraktur äußert sich als Zuggefühl; in schweren Fällen kann sie dazu führen, dass ein Gelenk nicht vollständig gestreckt werden kann, das Anheben des Arms erschwert ist, das Faustschließen eingeschränkt ist, das Drehen des Kopfes begrenzt ist oder ein auffälliges Gangbild entsteht.

Brandnarben können außerdem mit Hyperpigmentierung oder Hypopigmentierung einhergehen. Dunkle Narben können die Haut ungleichmäßig erscheinen lassen, während helle Narben weiß oder glänzend wirken können. In manchen tief verbrannten Bereichen können auch Hauttrockenheit, vermindertes Schwitzen, Empfindungsstörungen und wiederholtes Aufbrechen der Haut auftreten.

Brandnarben neigen zu Hypertrophie und Kontraktur

Brandwunden zeigen häufig eine große Ausdehnung, starke Entzündung und lange Heilungsdauer. Je langsamer die Wunde heilt, desto höher ist das Risiko einer Narbenhypertrophie. Verbrennungen zweiten und dritten Grades schädigen oft die tiefe Dermis und Hautanhangsgebilde, sodass der Körper die Reparatur nur durch umfangreiche Kollagenablagerung abschließen kann.

Nach einer Verbrennung bleiben Fibroblasten und Myofibroblasten anhaltend aktiv. Fibroblasten bilden Kollagen und extrazelluläre Matrix, während Myofibroblasten kontraktionsfähig sind und die Wundfläche allmählich verkleinern. Eine mäßige Kontraktion fördert den Wundverschluss; ist die Kontraktion zu stark, wird die Narbe kürzer, härter und straffer und bildet schließlich eine Kontraktur.

Auch Hautspannung und Gelenkbewegung können das Problem verstärken. Bereiche wie Achselhöhle, Hals, Finger, Ellenbeuge und Kniekehle werden bei Alltagsbewegungen wiederholt gezogen, sodass Narben dazu neigen, sich entlang der Kraftrichtung zusammenzuziehen. Brandnarben bei Kindern werden zudem durch Wachstum und Entwicklung beeinflusst. Normale Haut kann sich mit dem Körperwachstum dehnen, Narbengewebe ist jedoch wenig elastisch und kann allmählich Zug und Fehlstellungen verursachen.

Bedeutung der frühen Wundbehandlung

Die Behandlung von Brandnarben beginnt bereits in der Wundphase. Je standardisierter die Wundbehandlung ist, desto geringer ist das spätere Narbenrisiko.

Oberflächliche Verbrennungen werden in der Regel vor allem durch Schutz der Wunde, Infektionsvorbeugung und Förderung der Epithelneubildung behandelt. Bei tieferen Verbrennungen muss ärztlich beurteilt werden, ob ein Debridement, Verbandwechsel, tangentiale Exzision, Hauttransplantation oder andere Deckungsverfahren erforderlich sind. Wenn eine Wunde über längere Zeit nicht heilt, nehmen Entzündungsreaktion und Kollagenablagerung zu, wodurch später eher dicke, harte Narben entstehen.

Infektionskontrolle ist sehr wichtig, weil eine Infektion die Heilungszeit verlängert, eine anhaltende Entzündung fördert und Narben leichter hypertroph werden lässt. Wenn bei einer Brandwunde deutliche Rötung und Schwellung, Sekretabsonderung, unangenehmer Geruch, zunehmende Schmerzen oder Fieber auftreten, sollte möglichst früh ärztliche Hilfe gesucht werden.

Bei tiefen Verbrennungen ist eine rechtzeitige Wunddeckung eine wichtige Strategie zur Verringerung der Narbenbildung. Für Wunden, die von selbst heilen können, sollte möglichst ein günstiges Heilungsmilieu geschaffen werden. Bei Wunden, die voraussichtlich nicht von selbst heilen, kann die Ärztin oder der Arzt eine Hauttransplantation oder Lappendeckung erwägen, um die Zeit der offenen Wundexposition zu verkürzen und das spätere Risiko von Narben und Kontrakturen zu senken.

Kontrolle der Hypertrophie nach Wundverschluss

Nach dem Wundverschluss treten Brandnarben in eine entscheidende Behandlungsphase ein. In dieser Phase kann die Narbe beginnen, rot, fest, juckend und verdickt zu werden. Je aktiver sie früh kontrolliert wird, desto einfacher ist die spätere Behandlung.

Silikongel und Silikonpflaster gehören zu den häufig verwendeten Methoden. Sie können auf die Oberfläche geschlossener Narben aufgetragen bzw. aufgelegt werden. Während der Anwendung sollte die Haut sauber gehalten werden; auf nicht abgeheilten Wunden oder infizierten Bereichen sollten sie nicht verwendet werden.

Die Drucktherapie ist ebenfalls eine wichtige Methode im Management von Verbrennungsnarben. Kompressionskleidung, Druckmanschetten, Kompressionshandschuhe, Gesichtsmasken, Halsorthesen und ähnliche Hilfsmittel können kontinuierlichen Druck auf Narben ausüben, übermäßige Wucherung hemmen und dazu beitragen, dass Narben flacher und weicher werden. Eine Drucktherapie muss in der Regel langfristig konsequent durchgeführt werden, und Fachpersonal sollte beurteilen, ob der Druck angemessen ist.

Sonnenschutz ist ebenso wichtig. Neu gebildete Haut nach einer Verbrennung ist empfindlich gegenüber ultravioletter Strahlung und neigt leicht zu Hyperpigmentierung. Beim Aufenthalt im Freien sollte die Stelle bedeckt werden, und Sonnenschutzprodukte sollten verwendet werden, um eine Verdunkelung der Narbe und eine zunehmende Farbabweichung zu verringern.

Behandlung von Juckreiz und Schmerzen

Juckreiz bei Verbrennungsnarben ist sehr häufig und kann mit Nervenregeneration, Entzündungsfaktoren, trockener Haut, Narbenspannung und lokalen Gefäßveränderungen zusammenhängen. Bei starkem Juckreiz kratzen Betroffene wiederholt, was zu Hautschäden, Infektionen und einer Verschlechterung der Narben führen kann.

Die Basispflege während der Narbenbehandlung ist sehr wichtig. Dazu gehören Befeuchtung der Haut, Vermeidung von Reizung durch heißes Wasser, Verringerung von Reibung, Tragen weicher Kleidung und Ähnliches. Befeuchtung kann Trockenheit und Spannungsgefühl verbessern und den Juckreiz mindern. Bei ausgeprägtem Juckreiz kann die Ärztin oder der Arzt je nach Situation Antihistaminika, äußerlich anzuwendende Medikamente, Lasertherapie oder Injektionen in die Narbe einsetzen.

Schmerzen, stechende Schmerzen und Brennen können mit Narbenhypertrophie, Nervenempfindlichkeit, tiefen Verwachsungen oder Zug an Gelenken zusammenhängen. Bei deutlichen Schmerzen sollte beurteilt werden, ob sich die Narbe in einer aktiven hypertrophen Phase befindet und ob Nervenschmerzen, Ulzerationen oder eine Infektion vorliegen. Die Behandlung kann Medikamente, Lasertherapie, Injektionen, Rehabilitationstraining und psychologische Unterstützung kombinieren.

Rehabilitationstraining: funktionellen Beeinträchtigungen vorbeugen

Im langfristigen Management von Verbrennungsnarben ist Rehabilitationstraining genauso wichtig wie die Behandlung des äußeren Erscheinungsbildes. Besonders in Bereichen wie Hals, Händen, Achselhöhlen, Ellenbogen, Knien und Sprunggelenken kann eine frühe Rehabilitation Kontrakturen und Gelenksteifigkeit verringern.

Zum Rehabilitationstraining gehören aktive Bewegungen, passive Dehnungen, Training des Gelenkbewegungsumfangs, Krafttraining, funktionelles Training und Training alltäglicher Bewegungen. Nach Verbrennungen der Hand müssen Fingerstreckung, Faustschluss, Greifen mit Pinzettengriff, Aufnehmen von Gegenständen und Öffnen des Daumen-Zeigefinger-Zwischenraums trainiert werden; nach Verbrennungen der Achselhöhle müssen Abduktion und Anheben des Schultergelenks trainiert werden; nach Verbrennungen am Hals müssen Kopfheben, Kopfdrehen und Streckung trainiert werden; nach Verbrennungen der unteren Extremitäten müssen Stehen, Gehen und Gangbild trainiert werden.

Das Training sollte schrittweise gesteigert werden. Übermäßig gewaltsames Dehnen kann zu Hautschäden führen, während unzureichendes Training dazu führen kann, dass sich Narben allmählich verkürzen. Am besten wird unter Anleitung einer Rehabilitationstherapeutin oder eines Rehabilitationstherapeuten ein Rehabilitationsplan erstellt.

Auch Schienen- und Lagerungsmanagement sind entscheidend, weil Verbrennungsnarben Gelenke leicht in bequeme, aber ungünstige Positionen ziehen können. Schienen können Gelenke in einer Funktionsstellung halten und verhindern, dass sich Narben in die falsche Richtung verkürzen. Kinder und Patientinnen und Patienten mit großflächigen Verbrennungen benötigen eine langfristige Nachsorge und Anpassung der Schienen.

Laser-, Injektions- und energiebasierte Behandlungen

Lasertherapie kann eingesetzt werden, um Farbe, Dicke, Beschaffenheit und Symptome von Verbrennungsnarben zu verbessern. Rote Narben stehen häufig mit Gefäßneubildung in Zusammenhang; hier können gefäßbezogene Laser erwogen werden. Bei dicken, harten Narben kann je nach Situation ein fraktionierter Laser eingesetzt werden, um Narbenstruktur, Weichheit und Spannungsgefühl zu verbessern.

Injektionen in die Narbe werden häufig bei Narben mit deutlicher Hypertrophie, hoher Härte sowie ausgeprägtem Juckreiz oder Schmerz eingesetzt. Zu den häufig verwendeten Medikamenten gehören Glukokortikoide und andere Kombinationsmedikamente. Ziel ist es, die Aktivität von Fibroblasten zu hemmen und eine übermäßige Kollagenablagerung zu verringern.

Behandlungen wie Radiofrequenz, Microneedling und fraktionierter Laser können den Narbenumbau fördern und Dicke, Textur und Elastizität mancher oberflächlicher bis mitteltiefer Narben verbessern. Bei tiefen Kontrakturen, Hautdefekten oder Gelenkfunktionsstörungen müssen energiebasierte Behandlungen in der Regel mit Operation und Rehabilitation kombiniert werden.

Diese Behandlungen müssen normalerweise mehrfach durchgeführt werden. Abstände und Parameter sollten von der Ärztin oder dem Arzt entsprechend Narbendicke, Farbe, Körperstelle, Hautfarbe und Reaktion angepasst werden.

Wann eine Rekonstruktion von Verbrennungsnarben erforderlich ist

Die Rekonstruktion von Verbrennungsnarben wird vor allem eingesetzt, wenn das Erscheinungsbild stark beeinträchtigt ist, die Funktion eingeschränkt ist, Narben wiederholt aufbrechen oder konservative Behandlungen nicht ausreichend wirksam sind.

Häufige Situationen, in denen eine Rekonstruktion erforderlich ist, sind: Narben am Hals, die das Heben oder Drehen des Kopfes einschränken; Narben in der Achselhöhle, durch die der Arm nicht hoch angehoben werden kann; Narben an der Hand, die Faustschluss, Fingerstreckung oder Öffnen des Daumen-Zeigefinger-Zwischenraums beeinträchtigen; Narben am Ellenbogen oder Knie, die Beugung und Streckung beeinträchtigen; Narben am Augenlid, die zu unvollständigem Lidschluss oder Ektropium führen; Narben um den Mund, die Schwierigkeiten beim Öffnen des Mundes verursachen; großflächige Narben, die die Lebensqualität beeinträchtigen; langfristig bestehende Narbengeschwüre oder Verdacht auf bösartige Entartung und Ähnliches.

Der Rekonstruktionsplan sollte entsprechend Lage, Fläche und Tiefe der Narbe, den Bedingungen der umgebenden Haut, den funktionellen Anforderungen und dem Alter der Patientin oder des Patienten ausgewählt werden.

Leichte strangförmige Kontrakturen können gegebenenfalls mit einer Z-Plastik oder lokalen Lappen behandelt werden; nach der Lösung großflächiger Narben kann eine Hauttransplantation erforderlich sein; an wichtigen funktionellen Bereichen kann eine Lappenrekonstruktion nötig sein; komplexe Defekte können eine Gewebeexpansion oder mikrochirurgische freie Lappen erfordern.

Die Rolle der Spalthaut-/Vollhauttransplantation

Hauttransplantationen werden häufig zur Wunddeckung nach der Lösung von Verbrennungsnarben eingesetzt. Wenn zum Beispiel nach der Lösung einer Kontraktur in Gelenknähe ein größerer Hautdefekt besteht, der nicht direkt verschlossen werden kann, kann eine Hauttransplantation erforderlich sein.

Dünne Spalthauttransplantate heilen leichter ein und eignen sich für größere Wundflächen; Vollhauttransplantate haben eine bessere Textur und schrumpfen später relativ weniger, sodass sie sich für kleine Areale mit hohen Anforderungen an die Gewebequalität eignen, etwa im Gesicht und an den Händen. Eine Hauttransplantation kann die Wunde bedecken und die Kontinuität der Haut wiederherstellen, die transplantierte Haut kann jedoch Farb- und Texturunterschiede sowie ein Risiko für eine erneute Schrumpfung aufweisen.

Daher sind auch nach einer Hauttransplantation weiterhin Drucktherapie, Schienenruhigstellung und Rehabilitationstraining erforderlich. Bei Bereichen wie Gelenken, Händen und Hals beeinflusst die postoperative Behandlung auch unmittelbar die funktionelle Erholung.

Die Rolle von Lappenplastiken und Gewebeexpansion

Eine Lappenrekonstruktion eignet sich für Bereiche mit höheren Anforderungen an Dicke, Elastizität, Durchblutung und Abriebfestigkeit, da Lappen eine eigene Blutversorgung besitzen und die Gewebequalität in der Regel besser ist als bei einem reinen Hauttransplantat. An Bereichen mit hohen funktionellen und ästhetischen Anforderungen, etwa an Händen, Füßen und Sprunggelenken, um Gelenke herum sowie im Gesicht und am Hals, muss häufig eine Lappenrekonstruktion erwogen werden.

Lokale Lappen können ähnliche Haut aus der Umgebung nutzen, um kleine bis mittelgroße Defekte zu rekonstruieren. Regionale Lappen und Fernlappen eignen sich für größere oder tiefere Defekte. Mikrochirurgische freie Lappen kommen bei schweren und komplexen Verbrennungsnarben zum Einsatz, insbesondere wenn die lokalen Gewebeverhältnisse nach mehreren Operationen schlecht sind, tiefe Strukturen freiliegen oder eine großflächige stabile Deckung erforderlich ist.

Die Gewebeexpansion eignet sich für manche Narbenrekonstruktionen in der stabilen Phase. Der Arzt setzt in der Nähe der Narbe einen Expander ein, dehnt die normale Haut schrittweise und verwendet anschließend die gedehnte Haut zur Rekonstruktion des Narbenbereichs. Ihr Vorteil besteht darin, dass Farbe und Textur der umgebenden Haut näherkommen; sie wird häufig an Kopfhaut, Gesicht und Hals sowie am Rumpf eingesetzt. Nachteile sind die lange Behandlungsdauer, die Notwendigkeit mehrerer Kontrolltermine und mögliche Beeinträchtigungen von Aussehen und Alltag während der Expansion.

Langfristige Nachsorge von Verbrennungsnarben bei Kindern

Der Körper von Kindern wächst ständig, während Narbengewebe wenig elastisch ist und sich nicht wie normale Haut entsprechend mitdehnen kann. Daher kann eine ursprünglich leichte Narbe mit zunehmender Körpergröße und wachsender Gliedmaßenlänge allmählich zu einem deutlichen Zug werden.

Nach Verbrennungen an den Händen, am Hals, in den Achselhöhlen oder in der Nähe von Ellenbogen- und Kniegelenken bei Kindern sollten Bewegungsumfang, Haltung, Entwicklung der Gliedmaßen und Alltagsfunktion regelmäßig beurteilt werden, um die Auswirkungen auf das zukünftige Wachstum frühzeitig berücksichtigen zu können.

Rehabilitationstraining, Druckkleidung, Schienen und, falls erforderlich, stufenweise Operationen sind wichtige Bestandteile der Behandlung von Verbrennungsnarben bei Kindern. Eltern sollten darauf achten, ob das Kind bestimmte Bewegungen vermeidet, zum Beispiel den Arm nicht heben möchte, die Finger nicht strecken möchte, eine veränderte Ganghaltung zeigt oder eine auffällige Kopf- und Halshaltung einnimmt. Wenn Auffälligkeiten festgestellt werden, sollte möglichst bald ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Psychologische Betreuung und Lebensqualitätsmanagement bei Verbrennungsnarben

Verbrennungsnarben können Aussehen, Schlaf, soziale Kontakte, Arbeit und psychischen Zustand langfristig beeinträchtigen. Narben an sichtbaren Bereichen wie Gesicht, Hals und Händen führen leicht zu Minderwertigkeitsgefühlen, Angst und dem Vermeiden sozialer Kontakte. Juckreiz und Schmerzen können ebenfalls den Schlaf beeinträchtigen und die Lebensqualität weiter verringern.

Psychologische Unterstützung ist in der langfristigen Behandlung sehr wichtig. Patientinnen und Patienten sollten wissen, dass sich Verbrennungsnarben meist schrittweise verbessern und nicht unbedingt vollständig in den Zustand vor der Verletzung zurückversetzt werden können, dass aber durch eine umfassende Behandlung Aussehen, Komfort und Funktion deutlich verbessert werden können. Bei Patientinnen und Patienten mit schweren Verbrennungen können psychologische Beratung, Unterstützung durch andere Betroffene, berufliche Rehabilitation und familiäre Unterstützung dazu beitragen, das Vertrauen in das Alltagsleben wiederzugewinnen.

Wichtige Punkte der täglichen Pflege

Die tägliche Pflege von Verbrennungsnarben konzentriert sich auf Reinigung, Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz, Vermeidung von Reibung und Vorbeugung von Hautaufbrüchen. Bei trockener Haut sollte regelmäßig Feuchtigkeitspflege angewendet und Waschen mit sehr heißem Wasser vermieden werden. Kleidung sollte weich und atmungsaktiv sein, um Reibung im Narbenbereich zu verringern. Nach Bewegung und Dehnübungen sollte beobachtet werden, ob die Haut beschädigt ist.

Der Narbenbereich kann ein vermindertes Gefühl aufweisen oder überempfindlich sein. Menschen mit vermindertem Gefühl sollten Verbrennungen, Erfrierungen und übermäßige Reibung vermeiden; Menschen mit empfindlicher Haut können unter ärztlicher Anleitung ein Desensibilisierungstraining durchführen.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Untersuchung.

Literatur

  1. Neue Narbenkunde, herausgegeben von Huiyuan Li, Kaihua Lu und Shuzhong Guo, Verlag der Vierten Militaermedizinischen Universitaet.