Narbenbehandlung bei Kindern: keine Kopie der Erwachsenenbehandlung
Kinder befinden sich noch im Wachstum und in der Entwicklung; Haut, Knochen, Gelenke, Muskeln und auch die psychische Verfassung verändern sich dynamisch. Eine stabile Narbe bei einem Erwachsenen kann lediglich ein ästhetisches Problem sein; befindet sich eine Narbe an derselben Stelle bei einem Kind, kann sie mit zunehmender Körpergröße, längeren Gliedmaßen und stärkerer Gelenkbewegung allmählich zu Zugspannung, Kontraktur, Fehlstellung und Funktionseinschränkung führen.
Narben bei Kindern entstehen häufig nach Verbrennungen, Verbrühungen, Verletzungen, Operationsschnitten, Infektionen, Akne, Windpocken und anderen Ursachen. Narben nach Verbrennungen und Verbrühungen erfordern besonders häufig ein langfristiges Management, weil die Wunden oft tief sind, die Heilung lange dauert und die Narbenfläche groß ist; dadurch treten Probleme wie überschießende Narbenbildung, Kontrakturen und eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit leichter auf.
Unterschiede zwischen Kinderhaut und Erwachsenenhaut
Kinderhaut ist dünner und empfindlicher; auch ihre Barrierefunktion und Belastbarkeit unterscheiden sich von denen der Erwachsenenhaut. Bei äußerlich angewendeten Medikamenten, Verbänden, Silikon- oder Klebepflastern, Druckkleidung, Laserbehandlungen und Injektionstherapien muss berücksichtigt werden, was Kinderhaut verträgt.
Kinderhaut hat eine hohe Reparaturfähigkeit, und Wunden heilen oft relativ schnell; die Reparaturreaktion kann jedoch auch aktiver ausfallen. Wenn Fibroblastenaktivität, Kollagensynthese und die lokale Entzündungsreaktion stark ausgeprägt sind, werden Narben eher rot, verdickt, verhärtet und juckend und können hypertrophe Narben bilden. Auch die Pubertät, in der das Gewebewachstum ausgeprägt ist, ist häufig eine Phase, in der pathologische Narben besonders aktiv sind.
Kinder haben eine kleinere Hautfläche, und die Proportionen der Körperoberfläche unterscheiden sich von denen Erwachsener. Die Einschätzung der Verbrennungsfläche, die Aufnahme von Medikamenten, die Abdeckung mit Verbänden und die Planung einer Drucktherapie können nicht einfach nach Erwachsenenstandards erfolgen. Besonders Säuglinge und kleine Kinder reagieren empfindlicher auf Schmerzen, Juckreiz, Wärme und Schwitzen sowie Fremdkörpergefühl, sodass die Therapietreue schwerer sicherzustellen ist.
Wachstum und Entwicklung können Narbenprobleme verändern
Die größte Besonderheit von Narben bei Kindern besteht darin, dass der Körper weiterwächst. Normale Haut kann sich mit dem Wachstum von Knochen und Weichteilen dehnen, während Narbengewebe weniger elastisch ist und sich nur begrenzt ausdehnen kann. Wenn ein Kind größer wird, die Gliedmaßen länger werden und sich die Gesichtsknochen entwickeln, kann eine Narbe allmählich relativ „zu kurz“ wirken.
So kann eine Verbrennungsnarbe am Hals anfangs nur ein lokales Spannungsgefühl verursachen, einige Jahre später aber das Anheben und Drehen des Kopfes einschränken; eine Narbe in der Achselhöhle kann die Abduktion des Schultergelenks beeinträchtigen und dazu führen, dass das Kind den Arm nur schwer heben kann; eine Narbe an den Fingern kann das Strecken der Finger, das Faustmachen und feinmotorische Bewegungen beeinträchtigen; eine Narbe um den Mund kann Mundöffnung, Essen, Sprechen und Mimik beeinflussen.
Wenn Narben bei Erwachsenen stabil geworden sind, verändern sie sich meist relativ langsam. Bei Kindern können sich auch Narben, die kurzfristig stabil erscheinen, mit der weiteren Entwicklung allmählich als problematisch erweisen. Daher sollte das Narbenmanagement bei Kindern eine langfristige Nachsorge betonen und sich nicht nur auf eine kurzfristige Verbesserung des Aussehens konzentrieren.
Narben bei Kindern beeinträchtigen häufiger die Funktion
Kinder sind im Alltag viel aktiv und bewegen ihre Gelenke häufig. Liegt eine Narbe am Hals, in der Achselhöhle, am Ellenbogen, Handgelenk, an den Fingern, am Knie, am Sprunggelenk oder an ähnlichen Stellen, kann sie bei Bewegung wiederholt Zugbelastungen ausgesetzt sein. Langfristiger Zug kann die Verdickung der Narbe anregen und auch dazu führen, dass sie sich allmählich zusammenzieht.
Frühe Anzeichen einer Funktionseinschränkung sind oft eher unauffällig. Ein Kind möchte den Arm vielleicht nicht hochheben, die Finger nicht strecken, entwickelt ein verändertes Gangbild, bewegt den Kopf seltener nach unten oder oben oder wird beim Anziehen, Schreiben oder Greifen von Gegenständen ungeschickter. Wenn Eltern nur auf Farbe und Größe der Narbe achten, werden solche Bewegungsveränderungen leicht übersehen.
Sobald eine Narbe bei einem Kind die Funktion beeinträchtigt, sollte die Behandlung höhere Priorität erhalten. Wenn Zug an der Haut dauerhaft besteht, können sich auch Gelenkkapsel, Sehnen, Bänder und Muskeln allmählich adaptiv verkürzen. Eine spätere Behandlung kann dann eine operative Lösung, Hauttransplantation, Lappenplastik und langfristige Rehabilitation erfordern und ist deutlich schwieriger.
Die Behandlung von Narben bei Kindern darf nicht nur das Aussehen betrachten
Die Ziele der Narbenbehandlung bei Kindern umfassen in der Regel vier Aspekte: überschießende Narbenbildung kontrollieren, Kontrakturen vorbeugen, die Funktion schützen und das Aussehen verbessern.
Bei leichten oberflächlichen Narben kann der Schwerpunkt auf der Beobachtung von Farbe und Beschaffenheit sowie auf Sonnenschutz liegen. Bei hypertrophen Narben sollte darauf geachtet werden, ob sie sich röten, verhärten, jucken oder verdicken. Bei großflächigen Narben nach Verbrennungen muss besonders der Bewegungsumfang der Gelenke beurteilt werden. Bei Narben im Gesicht sind außerdem Lidschluss, Mundöffnung, Nasenatmung, Symmetrie der Mimik und psychische Auswirkungen zu berücksichtigen.
Bei Kindern muss eine Narbe, die „nicht besonders schlimm aussieht“, dennoch aktiv behandelt werden, wenn sie in einem wichtigen Funktionsbereich liegt. Umgekehrt kann eine Narbe mit deutlicher Farbveränderung, aber ohne Verdickung, ohne Zugspannung und ohne funktionelle Beeinträchtigung zunächst vor allem konservativ gepflegt und nachkontrolliert werden.
Frühe Versorgung bestimmt das spätere Narbenrisiko
Die frühe Versorgung nach einer Verletzung ist bei Kindern sehr wichtig. Je tiefer die Wunde, je schwerer die Infektion und je langsamer die Heilung, desto höher ist später das Risiko für hypertrophe Narben und Kontrakturen. Verbrennungen, Verbrühungen, Tierbisse, verschmutzte Wunden, tiefe Schnittverletzungen und großflächige Schürfwunden sollten zeitnah ärztlich beurteilt werden.
Während der Wundheilung sollte die Wunde sauber gehalten werden; Infektionen sowie wiederholtes Kratzen und Reiben sollten vermieden werden. Kinder kratzen oder pulen wegen Juckreiz, Schmerzen oder Neugier leicht an Krusten, daher müssen Eltern helfen, die Wundfläche zu schützen. Ein zu frühes Ablösen der Kruste, wiederholtes Aufbrechen der Wunde und Infektionen erhöhen alle das Narbenrisiko.
Nach dem Wundverschluss kann unter ärztlicher Anleitung mit einer Narbenprophylaxe begonnen werden. Häufige Maßnahmen sind Silikongel, Silikonpflaster, Zugentlastungstapes, Feuchtigkeitspflege, Sonnenschutz und Drucktherapie. Kinderhaut ist empfindlich; bei der Anwendung von Pflastern und Druckprodukten sollte darauf geachtet werden, ob Ausschlag, offene Hautstellen, Blasen oder Druckstellen auftreten.
Silikon- und Drucktherapie
Silikongel und Silikonpflaster werden häufig zur frühen Behandlung hypertropher Narben bei Kindern eingesetzt. Sie eignen sich für vollständig geschlossene Wunden und können helfen, Rötung, Verhärtung, Juckreiz, Verdickung und ähnliche Veränderungen der Narbe zu verbessern. Bei der Anwendung sollte die Haut sauber und trocken sein; sie dürfen nicht auf aufgebrochene, nässende oder infizierte Bereiche geklebt werden.
Die Drucktherapie wird häufig bei Narben nach Verbrennungen, großflächigen hypertrophen Narben und bei einem Teil der postoperativen Narbenbehandlung eingesetzt. Kinder benötigen möglicherweise Kompressionskleidung, Druckmanschetten, Druckhandschuhe, Gesichtsmasken, Halsorthesen oder Ohrclips. Die Schwierigkeit der Drucktherapie besteht darin, dass Kinder schnell wachsen, sodass Druckprodukte regelmäßig ersetzt und angepasst werden müssen.
Ist der Druck zu gering, ist die Wirkung begrenzt; ist er zu hoch, kann es zu Druckschäden, Taubheitsgefühl, Hautverletzungen oder einer Beeinträchtigung der Durchblutung kommen. Da Kinder ihre Beschwerden nur eingeschränkt ausdrücken können, müssen Eltern Hautfarbe, Temperatur, Hautschäden, Schmerzen und eine mögliche Abwehr des Kindes gegen das Tragen regelmäßig beobachten. Eine langfristige Drucktherapie erfordert die gemeinsame Mitarbeit von Arzt und Eltern.
Rehabilitationstraining sollte so früh wie möglich beginnen
Der Kern der Narbenrehabilitation bei Kindern besteht darin, den Bewegungsumfang zu erhalten, insbesondere bei Narben nach Verbrennungen, Narben in Gelenknähe, Handnarben und Halsnarben. Mit dem Rehabilitationstraining sollte nicht erst begonnen werden, wenn bereits eine deutliche Fehlstellung entstanden ist.
Zum Rehabilitationstraining gehören aktive Bewegung, passive Dehnung, Beweglichkeitsübungen der Gelenke, Schienenversorgung, Lagerungsmanagement und Funktionstraining. Bei Handnarben müssen Fingerstreckung, Faustschluss, Greifen und Kneifen sowie das Öffnen des Daumen-Zeigefinger-Zwischenraums trainiert werden; bei Achselnarben Abduktion und Anheben des Schultergelenks; bei Halsnarben Kopfheben, Kopfdrehen und Streckung; bei Narben an den unteren Gliedmaßen Stehen, Gehen und Gangbild.
Das Training sollte schrittweise gesteigert werden, da Kinder Schmerzen fürchten und Übungen leicht ablehnen. Eltern können Rehabilitationsbewegungen in Alltagstätigkeiten wie Spielen, Anziehen, Spielzeugnehmen, Malen und Gehen integrieren. Ärztliche Anleitung ist sehr wichtig: Übermäßiges Dehnen kann zu Hautaufbrüchen führen, während unzureichendes Training das Risiko von Kontrakturen erhöht.
Laser- und Injektionsbehandlungen erfordern größere Vorsicht
Laser können eingesetzt werden, um Rötung, Dicke, Beschaffenheit, Juckreiz und ein gewisses Spannungsgefühl von Narben bei Kindern zu verbessern. Bei deutlich roten Narben kann ein gefäßbezogener Laser erwogen werden; bei dicken, harten Narben können je nach Situation fraktionierte Laser und andere Verfahren eingesetzt werden. Wenn Kinder eine Laserbehandlung erhalten, müssen Schmerzen, Kooperationsfähigkeit, Art der Anästhesie, Behandlungsintervalle und Pigmentreaktionen der Haut berücksichtigt werden.
Injektionen in die Narbe werden häufig bei hypertrophen Narben und Keloiden eingesetzt, doch die medikamentöse Behandlung bei Kindern erfordert Vorsicht. Injektionen können Schmerzen, lokale Atrophie, Pigmentveränderungen und andere Probleme verursachen. Art und Dosis des Medikaments müssen vom Arzt anhand von Alter, Körperstelle, Narbendicke und Risiken festgelegt werden.
Kryotherapie, Strahlentherapie, Operationen und andere Behandlungen müssen bei Kindern noch strenger bewertet werden. Insbesondere die Strahlentherapie betrifft Fragen von Wachstum, Entwicklung und langfristiger Sicherheit; ihre Anwendung bei Kindern erfordert daher äußerste Vorsicht und ist in der Regel keine Standardoption. Bei jeder Behandlung müssen Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.
Narbenkorrekturen bei Kindern sollten nicht überstürzt werden
Bei Narbenoperationen bei Kindern müssen Wachstum und Entwicklung, Anästhesierisiken, Rückfallrisiko und die Fähigkeit zur postoperativen Pflege berücksichtigt werden. Bei leichten Narben kann der Arzt zunächst Beobachtung, konservative Behandlung und regelmäßige Verlaufskontrollen empfehlen. Bei kontrakten Narben, die die Funktion beeinträchtigen, darf der Operationszeitpunkt nicht zu lange hinausgezögert werden.
Zu den häufigen Operationen gehören Narbenlösung, Z-Plastik, lokale Lappenplastiken, Hauttransplantation, Gewebeexpansion und mehrzeitige Rekonstruktionen. Kontrakturen am Hals, in der Achselhöhle, an den Fingern sowie in der Nähe von Ellenbogen- oder Kniegelenken, die bereits die Bewegung beeinträchtigen, sollten in der Regel frühzeitig hinsichtlich einer Operation beurteilt werden. Gesichtsnarben, die den Lidschluss, die Mundöffnung oder die Form der Nasenlöcher beeinträchtigen, müssen ebenfalls aktiv behandelt werden.
Auch nach einer Operation bilden Kinder weiterhin neue Narben. Postoperative Narbenprophylaxe, Drucktherapie, Silikonbehandlung, Schienenversorgung und Rehabilitationstraining bestimmen häufig das langfristige Ergebnis. Wird nur operiert, ohne anschließende Weiterbehandlung, kommt es leicht erneut zu Wucherung oder Kontraktur.
Bei Kindern mit Keloiden ist besondere Vorsicht geboten
Auch Kinder und Jugendliche können Keloide entwickeln. Sie treten häufig an Ohrläppchen, vorderer Brust, Schultern und Rücken, Unterkieferregion und anderen Stellen auf und können durch Ohrlochstechen, Akne, Verletzungen oder Operationsschnitte ausgelöst werden. Wenn es in der Familie Personen gibt, die leicht Keloide entwickeln, ist das Risiko für ähnliche Probleme beim Kind höher.
Die einfache Entfernung eines Keloids kann zu einem Wiederauftreten führen, und es kann sogar größer werden als zuvor. Die Behandlung von Keloiden bei Kindern wird in der Regel nach Lokalisation, Größe, Beschwerden, Alter und Rückfallrisiko geplant. Dabei können Injektionen, Drucktherapie, Silikon, Laser oder eine Kombination mit operativen Verfahren eingesetzt werden; die Behandlungsintensität wird ärztlich jedoch sorgfältig kontrolliert.
Kinder mit einer Neigung zu Keloiden sollten unnötige Hautverletzungen möglichst vermeiden, zum Beispiel Ohrlöcher, Tätowierungen, Piercings und nicht notwendige kosmetische Eingriffe. Auch Akne sollte frühzeitig und fachgerecht behandelt werden, um das Risiko von Narben nach Entzündungen zu verringern.
Narben bei Kindern können auch die psychische Entwicklung beeinflussen
Wenn Narben bei Kindern an sichtbaren Stellen wie Gesicht, Hals oder Händen liegen, können sie das Selbstbild, soziale Kontakte, den Schulbesuch und die Teilnahme am Sport beeinträchtigen. Jüngere Kinder äußern Minderwertigkeitsgefühle möglicherweise nicht direkt, zeigen aber vielleicht ein Vermeiden von Fotos, möchten keine kurzärmelige Kleidung tragen, nehmen ungern an Gruppenaktivitäten teil oder wirken niedergeschlagen oder reizbar.
Eltern und Ärzte sollten bei der Behandlung auch auf die psychischen Empfindungen des Kindes achten. Narben sollten nicht über längere Zeit mit negativer Sprache beschrieben werden, und die Aufmerksamkeit sollte nicht vollständig auf den „Makel“ gerichtet sein. Bei Narben, die Psyche und soziale Kontakte deutlich beeinträchtigen, können psychologische Unterstützung, Absprachen mit der Schule, kaschierende Maßnahmen und medizinische Korrektur kombiniert werden.
Langfristiges Narbenmanagement ist nicht nur medizinische Behandlung; es umfasst auch, dem Kind zu helfen, einen normalen Lebensrhythmus und Selbstvertrauen aufzubauen.
Was sollten Eltern beim langfristigen Narbenmanagement tun?
Eltern müssen zu zentralen Beteiligten im Narbenmanagement ihres Kindes werden. Im Alltag sollten sie Farbe, Dicke, Härte, Juckreiz, Schmerzen, Aufbrechen beziehungsweise Geschwürbildung und Bewegungseinschränkungen der Narbe beobachten. Regelmäßige Fotos können helfen, Veränderungen zu dokumentieren, besonders bei Narben nach Verbrennungen und bei Narben in Gelenknähe.
Außerdem sollten Eltern darauf achten, ob sich Bewegungen des Kindes verändern, zum Beispiel ob das Anheben der Arme symmetrisch ist, ob die Finger vollständig gestreckt werden können, ob das Kind beim Gehen hinkt, ob der Hals normal gedreht werden kann, ob die Augen vollständig geschlossen werden können und ob die Mundöffnung eingeschränkt ist. Werden funktionelle Veränderungen bemerkt, sollte möglichst früh eine erneute ärztliche Vorstellung erfolgen.
Auch die Therapietreue muss von den Eltern unterstützt werden, insbesondere weil Silikonbehandlung, Druckkleidung, Schienen beziehungsweise Orthesen und Rehabilitationstraining langfristig konsequent durchgeführt werden müssen. Wenn es bei der praktischen Umsetzung Schwierigkeiten gibt, etwa weil das Kind nicht mitmacht, sollten Eltern zeitnah mit dem Arzt sprechen, damit der Plan rechtzeitig angepasst werden kann. Die Behandlung darf keinesfalls eigenständig mittendrin abgebrochen werden.
Wann sollte eine Narbe bei einem Kind möglichst früh ärztlich abgeklärt werden?
In folgenden Situationen wird eine möglichst frühe ärztliche Vorstellung empfohlen: Die Narbe bleibt anhaltend rot, wird dicker oder härter; das Kind kratzt deutlich daran oder sagt, dass sie juckt oder schmerzt; die Narbe spannt zunehmend; der Bewegungsumfang eines Gelenks nimmt ab; Finger lassen sich nicht strecken oder das Faustmachen fällt schwer; das Drehen des Halses oder das Anheben des Kopfes ist eingeschränkt; eine Narbe in der Achselhöhle beeinträchtigt das Anheben des Arms; die Augen schließen nicht vollständig; die Mundöffnung ist erschwert; die Narbe bricht wiederholt auf oder bildet Geschwüre; großflächige Narben nach Verbrennungen wuchern anhaltend weiter; oder der Narbenzug nimmt zu, nachdem das Kind in eine schnelle Wachstumsphase eingetreten ist.
Literatur
- Neue Narbenkunde, herausgegeben von Huiyuan Li, Kaihua Lu und Shuzhong Guo, Verlag der Vierten Militaermedizinischen Universitaet.